----- Gilcole Críonán ad Dunwill - Das Volk der Rhwn Cor'rak -----
5. Kunst und Musik:
»Zum Schluß erwähnte er jedoch die seltsame Musik der Rhwn Cor’rak, ihre mehrstimmigen Lieder, die einen jeden von uns in solche Schwermut zu versetzen mochten, daß wir den ancallonischen Eid brechen und uns mit unseren eigenen Schwertern den Todesstoß versetzen würden. Auch erzählte er von Liedern, die auf uns Rauschwirkung hatten; zu denen spielten die Rhwn Cor’rak auf ihren Flöten und tanzten.«
(R. C. de Clamhán, "Day of Dark")
Die gestalterische Kunst der Rhwn Cor’rak ist auf den religiösen Bereich beschränkt; für religiöse Zeremonien werden kunstvolle Masken, Waffen und Kleidung geschaffen, und es finden sich Schnitzereien und Malereien auf Fels und Tierhäuten, die religiöse Motive darstellen.
Interessanter ist die Musik der Rhwn Cor’rak. Die zeremoniellen Instrumente sind diverse Rhythmusinstrumente sowie Windharfen, eine Reihe verschieden langer metallener Hohlstäbe, die in kreisförmiger Anordnung freischwingend aufgehängt werden, so daß sie im Wind gegeneinander schlagen und diverse Harmonien erzeugen; diese Instrumente werden in der Hauptsache in religiösem Zusammenhang verwendet, wie etwa bei rituellen Tänzen.
Ein weiteres wichtiges Instrument ist die Flöte der Rhwn Cor’rak, eine recht lange, aus sehr hartem Holz gefertigte Längsflöte, die in der Regel mit kunstvollen Schnitzereien verziert ist. Die Rhwn Cor’rak vermögen dieser Flöte beim Spiel mehrstimmige Lieder entlocken, da die Obertöne deutlich hörbar werden. Diese Obertöne haben bisweilen hypnotischen Effekt auf Rhwn Cor’rak (und Menschen). In R. C. de Clamháns Autobiographie "Day of Dark" wird von einem Ritterturnier berichtet, bei dem es zu einem tödlichen Unglück kam, offensichtlich hervorgerufen durch das Flötenspiel eines Rhwn Cor’rak: "Von irgendwoher erklang Flötenspiel. Ich schaute auf und sah Romeans geöffnetes Fenster, und die Melodie, welche er auf der Flöte der Rhwn Cor'rak blies, war mir bekannt; es war das traurige Lied des tanzenden Narren. Wir konnten nichts mehr für unseren jungen Ritter tun; er starb in den Armen meines Vaters."
Von ähnlicher Bedeutung sind die vielstimmigen, dennoch monoton anmutenden Lieder der Rhwn Cor’rak, die hauptsächlich rituellen Charakter haben. Bei Elementarbestattungen (siehe unten) wird oftmals tagelang ohne Unterbrechung gesungen. Manche dieser Lieder haben Texte, andere bestehen nur aus Melodiefolgen. Leider sind keine typischen Liedtexte bekannt.
Auch diese Lieder können hypnotische Effekte aufweisen, die Legenden zufolge einen Menschen in den Tod treiben können.