Wissenschaft


----- Gilcole Críonán ad Dunwill - Das Volk der Rhwn Cor'rak -----


4. Sprache und Literatur:


»"Du hast im Schlaf ihre Worte geschrien, immer wieder. Ich wußte nicht, daß du ihre Sprache sprichst."
"Ich spreche sie nicht", sagte ich, und meine Stimme klang so heiser, daß sie fast gar nicht zu hören war. "Sie ist viel zu schwer zu lernen für – einen Menschen."«
(R. C. de Clamhán, "Day of Dark")

Die Sprache der Rhwn Cor’rak wird oft als "Sprache des Nordens" oder als "Nordic" bezeichnet; diese Bezeichnung ist allerdings irreführend, da bereits vor der Vertreibung der Rhwn Cor’rak in die nördlichen Hochgebirge diese Sprache gesprochen wurde. Des weiteren nimmt man an, daß auch die Síor Callÿn sich dieser Sprache bedienten.

   Die Sprache der Rhwn Cor’rak besteht aus einer Vielzahl von Lauten, von denen für den gewöhnlichen Menschen jedoch nur sieben bis neun Vokale und zwölf bis vierzehn Konsonanten unterscheidbar sind. Stimmhafte Konsonanten fehlen in der Sprache der Rhwn Cor’rak weitgehend. Auffallend ist die Zahl dorsaler Vibranten und Frikative, die für das ungeübte Ohr identisch klingen, in der Sprache der Rhwn Cor’rak aber oftmals bedeutungsunterscheidend sind.

   Die Rhwn Cor’rak besitzen keine eigene Schrift, doch haben sie eine Möglichkeit gefunden, ihr Lautsystem mit den uns geläufigen Schriftzeichen wiederzugeben. Hierbei ist es allerdings schwer, die genaue Aussprache aus dem Schriftbild abzuleiten, ohne eine Vielzahl von Ausspracheregeln zu kennen.

   Die Grammatik der Rhwn Cor’rak ist relativ einfach; ein starres Deklinationssystem mit fünf Kasus und zwei Numeri; ebenso eine recht überschaubare Konjugation, die nur die Zeiten Präsens, Imperfekt und Perfekt kennt. Es finden sich weder der in anderen elbischen Sprachen gebräuchliche Dual noch die Unterscheidung zwischen inklusivem und exklusivem Wir. Es findet eine Unterscheidung nach männlich/weiblich statt, die sich sowohl auf belebte als auch auf unbelebte Subjekte/Objekte bezieht. Bei den Possessivformen gibt es jedoch nur eine Form für die männliche und weibliche Variante der dritten Person.

   Ungewöhnliche Merkmale beinhalten: freie Satzstruktur, d.h. es gibt keine festen Regeln für die Stellung von Subjekt, Verb und Objekt (es scheint jedoch gebräuchlich, das direkte Objekt an den Anfang des Satzes zu stellen); Bildung der Deklinations- und Konjugationsformen mal durch Präfixe, mal durch Suffixe, mal durch Vokaländerung; keine eigenständigen Pronomen; reichhaltige Wortbildungsmöglichkeiten; Repetitiv als Verbform, der die Wiederholung einer Handlung angibt.

   Der Wortschatz der Rhwn Cor’rak schließlich beinhaltet eine Vielzahl von Bezeichnungen für Dinge aus der Natur, für die die menschlichen Sprachen keine Entsprechungen kennen.

   Eine erste ausführliche Untersuchung der Sprache der Rhwn Cor’rak ist im Jahre 723 unter dem Titel "Die Sprache des Nordens" erschienen.

   Literarische Werke der Rhwn Cor’rak gibt es nur wenige, da keine originäre Schriftsprache existiert. Hervorzuheben sind an dieser Stelle die Werke von Mihály Kr’rai R’rh’akar, einem Rhwn Cor’rak, der noch zur Zeit der Verfolgung der Rhwn Cor’rak seinen Clan verließ, um unter den Menschen zu leben; er wurde schließlich sogar an der Universität von Clamhán zugelassen. Nennenswert sind sein autobiographischer Roman "Silberfuchs" sowie "Fuchsmond", die erste umfassende Sammlung von Legenden der Rhwn Cor’rak.


----- Kapitel 5: Kunst und Musik



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