----- Gilcole Críonán ad Dunwill - Das Volk der Rhwn Cor'rak -----
3. Geschichte:
»Er saß an seiner Harfe und spielte alte Lieder des Nordens, als wir kamen. Soweit ich die Sprache des Nordens verstehe, erzählten sie von einem Kampf zwischen den Rhwn Cor'rak und den ancallonischen Drachen, den Avvardrák, der wohl schon mehrere hundert, vielleicht sogar tausend Jahre zurücklag.«
(R. C. de Clamhán, "Day of Dark")
Zur Herkunft des einzigen Elbenvolkes Ancallons gibt es verschiedene Theorien. Manche betrachten die Rhwn Cor’rak als frühe Einwanderer, die von Süden her den Weg auf unseren Kontinent fanden. Andere wiederum sind der Meinung, die Rhwn Cor’rak seien die wahren Ureinwohner Ancallons. Gesichert ist nur, daß es bereits im Jahre 14.000 BFC Rhwn Cor’rak auf Ancallon gab. Ihre Stadt Gwynthall wurde angeblich im Jahr 9003 BFC gegründet.
Unter Fachleuten gilt die folgende Theorie als die wahrscheinlichste: Als im Jahre 25765 BFC die ersten Menschen den Kontinent Ancallon betreten, ist dieser von einer großen Zahl von Elben weithin bevölkert. Man geht heute von einer Zahl von etwa 30 Millionen aus. Diese Elben sind Vorfahren der heutigen Rhwn Cor’rak; die Wissenschaftler bezeichnen diese vermutete Rasse als Kharik. Sie halten sich von den Menschen fern und leben weiter unbemerkt und ungestört auf dem Kontinent.
Einige tausend Jahre später kommt es zu einem Kampf zwischen den Kharik und den Avvardrák. Ein möglicher Grund ist, daß die Kharik die Herrschaft über das Drachentor suchen, das unter dem Schutz der Avvardrák liegt; denn vermutlich ist es den Kharik nicht möglich, den Kontinent auf dem Seeweg zu verlassen. Der Kampf fordert auf beiden Seiten Opfer, und die Avvardrák ziehen sich immer weiter in die Hochgebirge der heutigen Länder Drakh und Temebrae zurück. Doch die Kharik geben den Kampf schließlich verloren.
Ein großer Teil der Kharik verläßt auf Befehl der Avvardrák den Kontinent; diesen entstammen die Chorakién, die Eiselben am südlichen Pol dieser Welt. Einige hunderttausend Kharik bleiben auf Ancallon; sie nennen sich selbst nun Rhwn Cor’rak, was vermutlich "Wächter-Elben" bedeutet. Sie ziehen sich in das Gebiet der heutigen Länder Carraig, nördliche AWT und Temebrae zurück.
Die Menschen gehen unerbittlich gegen die ihnen fremden Völker der Rhwn Cor’rak und der Síor Callÿn, einer Art Vogelmenschen, vor. Mit der Ausrottung der Síor Callÿn um das Jahr 8400 BFC sind noch etwa einhunderttausend Rhwn Cor’rak übrig, die sich weiter in die Gebirge zurückziehen. In den Jahrhunderten vor dem Fall Cáladwns kommt es wiederholt zu heftigen Auseinandersetzungen im Gebiet des heutigen Carraig, da die Rhwn Cor’rak ihr Land nicht aufgeben wollen und immer wieder versuchen, auch in den Ebenen des Nordens wieder Fuß zu fassen. Dies setzt sich auch nach dem Fall Cáladwns fort, so daß ihre Zahl schließlich auf wenige tausend dezimiert ist.
In den vergangenen Jahrhunderten begannen die Menschen, die Rhwn Cor’rak bis in die Gebirge hinein systematisch zu verfolgen. Noch vor vierzig Jahren ging man in Carraig straffrei, wenn man einen Rhwn Cor’rak tötete, und weitere hundert Jahre zuvor konnte man mit Ruhm und Ehre rechnen. Erst mit der Schließung des Nordpaktes werden den Rhwn Cor’rak im CANT-Gebiet die gleichen Rechte eingeräumt wie den Menschen.
Es gibt heute schätzungsweise weniger als 200 Rhwn Cor’rak, die fast alle in den unzugänglichen Hochgebirgen Carraigs und der AWT leben.