CHORUS
In langen Nächten mag man oftmals glauben,
Daß Unrecht stets nur einem selbst geschieht.
Doch trügt die Nacht. So mancher spürt die Wut,
Die Unrecht mit sich bringt, wenngleich der Tag
Die Kränkungen der Nacht verblassen läßt,
Doch oftmals ist’s zu spät: wer einmal haßt,
Der findet seinen Weg nicht ohne Rache,
Und Rache ohne Grund zieht Rache nach sich.
Wird es ein Ende geben? Muß es Wahnsinn sein?
Prinz Sha’ján, wie wir sehen werden, hat sich
In Schmerz und Wahnsinn ganz und gar verfangen.
Hier wütet Haß, um Liebe zu erlangen.
Doch was, wenn Wahnsinn bald allein regiert?
Der Prinz vergißt alsbald die fernen Ziele,
Nur um der Rache selbst übt er Vergeltung.
Wer wird ihn halten? Wird es Halten geben?
Kann Irrsinn überhaupt ein Ende finden?
Wir, die wir sicher sind, normal zu denken,
Wir sollten wachsam dieses Schauspiel schauen,
Und angesichts der Nacht, die uns umgebe,
Das Morgenlicht nicht vor dem Tage sehn.
Wenn dann wir an uns selbst ein Unrecht fühlen,
Daß wir am liebsten Rache nehmen wollen,
Soll diese Wut an uns vorüber gehn.