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Literatur

Luitwin Rémý

Schatten

Des Tags wünscht ich mir oft, ich wäre nicht allein.
Doch wenn ihr redet, schweig ich still, bleib stumm.
Und manchmal, scheint mir, hat all dieses keinen Sinn.
Dann kommt die Nacht, und es wird anders sein;
Ich suche doch die Einsamkeit um mich herum,
Denn in den Schatten bin ich, was ich bin.

Dunkel beruhigt mir die Nacht mein Gemüt.
Die Angst und der Wahnsinn des Tags sind vergessen.
Doch wird auch die Nacht nur in Stunden gemessen,
Und bald schon, da lacht mir die Dämmerung,
und spöttisch und hell brennt die Sonne hernieder.
Und wieder beginnt das Spiel, wieder und wieder,
Und endet nicht.
Was sagt ihr zu mir, der die Sonne nicht sieht,
Nur die Schatten in seiner Erinnerung?

Des Nachts hab ich gehofft, es könnte anders sein.
Verfluchte oft die Einsamkeit um mich herum.
Ich lüge vor mir selbst, als gäbe all dies einen Sinn.
Nun ist es Tag, und ich bin wiederum allein;
In all dem regen Treiben bin ich still und stumm,
Nur in den Schatten bin ich, was ich bin.

----- Übersetzung: A. Kuntze


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