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Literatur

Luitwin Rémý

Traum

Einst legt ich mich des Nachts zum Schlafen nieder,
da träumte mir ein sonderbarer Traum.
Mit Flügeln, hell wie Glas, flog ich zur Sonne,
und unter mir die Welt war fern und klein.

Und plötzlich war's, daß ich im Fluge schwankte,
Und über mir der Himmel war so grell.
Mit einem hellen Aufschrei brachen meine Schwingen,
Und schweigend wie die Nacht fiel ich herab.

Dunkler Fels beendet jäh mein Fallen,
Mein Schrei verhallt und nichts ist mehr.
Und schweigend lieg ich mit gebrochnen Gliedern,
Und wache schreiend auf und bin allein.

Und diese wilden Träume hab ich wieder,
und seither bleibt für Wirklichkeit kein Raum.
Es ist, als hätte eine Nacht begonnen,
als würde mir nie wieder Morgen sein.

Die Finsternis, die ich dem Traum verdankte,
verließ mich nicht, es wurde nie mehr hell.
Und niemals wieder soll das Licht mir singen,
Und nie werd ich vergessen, was die Nacht mir gab.

Noch immer hör ich meinen Schrei verhallen,
Noch immer fühl ich nicht, bin kalt und leer.
Und nie mehr streicht die Sonne über mein Gefieder,
Und nie mehr werd ich frei und glücklich sein.

----- Übersetzung: E. Paiste


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