Schatten, die Dunkel und Dämmerung trennen,
düstere Nebel, Finsternis, Nacht.
Das ist die Welt, die wir Halblichter kennen,
Licht ist ein Feuer, in dem wir verbrennen,
doch es kam der Tag, da die Lichternen kamen,
die Helligkeit gaben, die Dunkelheit nahmen,
und hätten uns bald um das Leben gebracht.
Nicht daß sie Schlechtes, gar Böses uns wollten,
nicht daß ihr Ziel nicht ein edles war!
Erleuchtung war, was sie bringen sollten,
und ihr Angriff, der hat ja nicht uns gegolten,
wie sollten sie wissen, daß Licht uns tötet?
Wir haben zu anderen Göttern gebetet,
und so glaubten sie, daß uns recht geschah.
Sie lehrten uns glauben an Lichtgestalten,
wir wollten ja, aber sie brannten uns doch!
Wir brauchten die Götter, die dunklen, die kalten,
wir mußten doch unseren Glauben behalten,
doch sie sagten, es könnte nicht beides geben,
Wenn Licht wir wählten, dann würden wir leben!
Wir wählten die Nacht. Wir bereuten es noch.
Wären wir nur in das Feuer gegangen!
Wir wären verglüht, wir wären verbrannt.
So halten sie uns in der Dämmrung gefangen,
So können wir nie mehr ins Dunkel gelangen,
Sie haben die Wege ins Licht uns genommen,
so soll nicht einmal der Tod uns bekommen,
so hat man uns in den Morgen verbannt.
Morgen, nicht Tag, niemals Nacht, niemals wieder!
Grausige Dämmrung, nicht Leben noch Tod!
Nur weil wir an ihre Lichter nicht glauben,
mußten sie uns unsrer Götter berauben,
nur weil sie unsere Götter nicht kennen,
mußten sie sie als Dämonen benennen,
als hätte da jemals Gefahr gedroht!
Und war es nicht unsere Nacht, unser Leben?
War es nicht unser Land, unsre Welt?
Es hat ihnen niemand den Auftrag gegeben,
Sie sagen, sie müßten nach Helligkeit streben,
Sie haben uns unseren Glauben genommen,
Sie meinen, sie müßten noch Dank bekommen,
sie haben ja unsere Nacht erhellt!
Es hätte doch einfach so bleiben können,
unser die Nacht, ihrer der Tag.
Doch wollten sie beides ihr eigen nennen,
sie wollten ja Dunkel und Licht nicht mehr trennen,
als könne es eines von beiden nur geben,
als hätten wir Halblichter kein Recht auf Leben,
als könne man nebeneinander nicht bleiben,
als müßte das Helle das Dunkel vertreiben,
als könne die Dämmrung die Grenze nicht stellen.
Als wäre das Dunkle ein Feind des Hellen!