Wie still es ist in den frühen Stunden,
wie ruhig das Haus, wie sanft die Welt!
Er hat eine Flasche vom Herbstwein gefunden,
jetzt läßt er sich goldenen Herbstwein munden,
weil er fühlt, daß da sonst nichts mehr ist, das ihn hält.
Und er hofft, daß der Wein ihn bald müde macht.
Goldenes Feuer, selige Nacht.
Wie kalt es ist in den dunklen Nächten,
wenn Frost regiert und Sturmwind fegt!
Er hat im Kamin ein Feuer entzündet,
jetzt hofft er, daß baldigst der Schlaf ihn findet,
weil er weiß, daß da sonst nichts mehr ist, das ihn trägt.
Und er hat doch schon so viele Nächte durchwacht.
Goldenes Feuer, selige Nacht.
Wie heiß es brennt in dem jungen Herzen,
Gedanken lodern, Erinnerung glüht!
Er sieht ihr Gesicht in den flackernden Kerzen,
verbrennt seine Hände und fühlt nicht die Schmerzen,
weil er glaubt, daß ihm damit nur recht geschieht.
Und er hat stundenlang nur an sie gedacht,
Goldenes Feuer, selige Nacht.
Wie dunkel es ist in den einsamen Straßen,
wie schwarz die Nacht, wie finster die Stadt!
Er hält mit den Händen die Augen geschlossen,
er hat schon zu viel von dem Herbstwein genossen,
weil er denkt, daß er längst keine Träume mehr hat.
Und er hört, daß der Sturm draußen leise lacht,
Goldenes Feuer, selige Nacht.
Wie laut es ist, wenn die Stille bricht!
Wie laut es ist, wenn die Seele schreit!
Er starrt auf die Flasche und sieht ihr Gesicht,
und bricht das Glas und merkt es doch nicht,
und greift nach den Scherben und ist bald soweit –
Und hat sich dann selber den Schlaf gebracht –
Goldenes Feuer, ewige Nacht.