Ist man auch klug, so glaubt man doch zuweilen
Daß Unglück stets nur anderen geschieht.
So nehmet denn als Warnung diese Zeilen,
Daß Ihr nicht bald in Blindheit Wahrheit flieht.
Ein Übel, welches viel gefürchtet
Ist Angriff durch ein fremdes Land.
Doch übler noch als fremde Gegner
Ist Euch der Feind im eigenen Gewand.
Schwarze Drachen herrschen über alle Meere
Und schwarze Nacht verschlingt das Licht.
Schwarze Augen füllen sich mit schwarzer Leere
Doch die im Dunkel seht Ihr nicht.
Denn sie verbergen sich geschickt im Lichte,
Sind Freunde euch, zwar fremd, doch stolz und schön.
Daß Ihr nicht seht, was diese Welt vernichte,
Und müßt vom Licht geblendet untergeh'n.
Und mitten unter uns, da sind sie Feinde,
Sie spielen hinter uns ihr kaltes Spiel.
Sie kennen sich, sind sie doch Blutgemeinde,
Und diese Welt zu brennen ist ihr Ziel.
Doch Schönheit ist's, die Euch von Wahrheit blendet,
Und Augen, leer, doch unbeirrt.
Und Wissen, welches Eure Weisheit schändet,
Und Lieder, deren Klang verwirrt.
In ihren Worten sind sie voller Güte,
Doch hinter ihrem Lächeln sind sie leer und kalt.
Was soll's? Ihr seht doch nicht in ihr Gemüte,
Ihr seht nur die betörende Gestalt.
Habt nur den Mut und seht, was alle sehen!
Habt doch die Kraft und macht die Augen auf!
Doch nein! den Weg der Blindheit wollt Ihr gehen
Und laßt dem Schicksal einfach seinen Lauf.
Wohl denen, die nicht an die Falschheit glauben,
Doch was, wenn Falschheit Wahrheit wird?
Und Sanftmut leuchtet aus den dunklen Augen,
Als Eure falsche Welt den wahren Kampf verliert.
So kommt es, wie es kommen muß.
Dunkelheit verschlingt das Licht.
Und Dunkelheit regiert im Schluß.
Denn die im Dunkel seht Ihr nicht.